Nur Geräte mit gültiger Kalibrierung
dürfen als offizielles Prüfverfahren auf der Baustelle verwendet
werden. Messergebnisse von Geräten mit abgelaufener oder ungültiger
Kalibrierung sind nicht zulässig und dürfen nicht zur Beurteilung der Tragfähigkeit herangezogen werden.
„Ein
Großteil unserer Kunden lässt seine Geräte in den Wintermonaten von
Dezember bis März kalibrieren“, sagt Frank G. Schulz, CEO der TERRATEST
GmbH.
„Auf diesen saisonalen Ansturm sind wir bestens vorbereitet, um
die Ausfallzeiten auf den Baustellen so gering wie möglich zu halten.
In den Wintermonaten gilt bei TERRATEST Urlaubssperre, und bereits
zwischen Weihnachten und Neujahr starten die ersten VIP-Kalibrierungen,
sodass viele Kunden ihre Geräte ab der zweiten Kalenderwoche wieder
einsetzen können. Selbst Geräte aus Australien oder Peru werden bei uns
kalibriert – inklusive kompletter Abwicklung per Luftfracht. Jedes Gerät
wird dabei umfassend geprüft und erhält automatisch die neueste
Firmware mit den aktuellsten Funktionen.“
TERRATEST ist weltweit das einzige Unternehmen, das über fünf eigene, von der BASt abgenommene Kalibrierstände für Leichte und Mittelschwere Fallgewichtsgeräte verfügt. Diese Prüfstände wurden von TERRATEST selbst entwickelt und gebaut.
Wie läuft die Kalibrierung ab?
1. Mechanische und elektronische Funktionsprüfung
Nach Eingang bei TERRATEST wird jedes Gerät zunächst auf einwandfreie mechanische Funktion geprüft. Anschließend übernimmt die Elektronikabteilung die Kontrolle aller elektronischen Komponenten, darunter:
- Sensor
- Kabelverbindungen
- Drucker
- Hochleistungs-Powerakku
Zudem wird automatisch die aktuellste Firmware
installiert. Der wiederaufladbare Powerakku hat eine typische
Lebensdauer von mindestens vier Jahren. Im Rahmen der Kalibrierung wird
geprüft, ob die verbleibende Kapazität ausreichend ist, um einen
sicheren Baustelleneinsatz bis zur nächsten Kalibrierung zu
gewährleisten.
Sollten Bauteile defekt oder verschlissen sein, erfolgt eine Reparatur nach vorheriger Kostenfreigabe durch den Kunden auf Basis eines detaillierten Angebots.
2. Kraftkalibrierung der Belastungsvorrichtung
Nach dem Gerätecheck erfolgt die eigentliche Kalibrierung in der Kalibrierabteilung.
Zunächst wird die Fallkraft der Belastungsvorrichtung (Stange mit Fallgewicht) auf 7.070 N eingestellt. Dies geschieht durch Justierung der Fallhöhe über die Position der Ausklinkvorrichtung.
Anschließend wird die Einstellung durch 30 aufeinanderfolgende Schläge verifiziert. Die zulässige Abweichung der Fallkraft innerhalb dieser Serie darf maximal ±1 % betragen.
Bei mittelschweren Fallgewichtsgeräten mit doppelter Stoßkraft wird die Kraft entsprechend auf 14.140 N eingestellt. Diese Geräte dürfen gemäß Prüfvorschrift TP-Gestein 8.2.1 auch für die Prüfung schwerer Schottertragschichten eingesetzt werden.
3. Kalibrierung der Setzungsmessung
Im nächsten Schritt wird die Setzungsmessung des Sensors kalibriert. Dazu werden drei unterschiedlich dicke Gummimatten verwendet, die harte, mittlere und weiche Bodenverhältnisse simulieren.
Während der Belastung messen drei hochpräzise Wegaufnehmer die tatsächliche Setzung der Lastplatte. Diese Referenzwerte werden mit den Messdaten des Antares-Sensors verglichen.
Die Kalibrierung gilt nur dann als bestanden, wenn die Abweichung zwischen Referenzmessung und Sensorsignal weniger als 20 µm (Mikrometer) beträgt.
Für jede Gummimatte werden dabei zehn aufeinanderfolgende Schläge ausgewertet. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 30 µm.
Präzision für verlässliche Baustellenergebnisse
Der gesamte Kalibriervorgang ist ein technisch anspruchsvoller und exakt definierter Prozess. Er stellt sicher, dass ein Leichtes Fallgewichtsgerät auf der Baustelle hochpräzise und reproduzierbare Messergebnisse liefert – eine unverzichtbare Voraussetzung für sichere Bauentscheidungen und normgerechte Dokumentation.


